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Review: Ulefone Be Touch 2 (5,5-FHD,LTE,DUAL-SIM,MT6752,13-MP,Fingerabdruck)

Review: Ulefone Be Touch 2 (5,5-FHD,LTE,DUAL-SIM,MT6752,13-MP,Fingerabdruck)

  1. dragon-tmd
    Man könnte fast behaupten, dass das Apple iPhone 6 (Plus) eines der am meisten kopierten Smarphones der Welt zu sein scheint. Es gibt kaum einen (chinesischen) Hersteller, der sich nicht am Design des angebissenen Apfel bedient. Mal mehr, mal weniger schamlos. Da macht auch das Be Touch 2 des hierzulande eher unbekannten Herstellers Ulefone keine Ausnahme. Wer also bereit ist, rund 250 Euro (incl. Steuern und DHL-Gebühren) auszugeben bekommt ein Android Smartlet im Look des Apple iPhone 6 Plus mit einem 5,5-Zoll großen Display (1.080 x 1.920 Pixel), 13-Megapixel-Kamera von Sony, einen 3.050 mAh? starken Akku, 16 GByte internen Speicher, Dual-SIM (LTE) und Android 5 Lollipop. Ob der Hersteller allerdings alle seine Versprechen halten konnte und wie sich das Gesamtprodukt so im Alltag behauptet hat, erfahrt ihr in den nächsten Minuten. Mein Testgerät stammt von gearbest.com und hat beim Versand über DHL (knapp 7 Tage) nochmals rund 32 Euro Gebühren gekostet. Damit kommt das Ulefone Be Touch 2 also auf die o.a. erwähnten 250 Euro.

    Technik: Unterschiede zum Original?

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    Schaut man sich die technische Ausstattung des Ulefone Be Touch 2 an, dann sieht man zumindest beim Display erst einmal kaum einen Unterschied zum "Original". Mit seiner Diagonalen von 5,5 Zoll löst es - wie beim "6 Plus" - mit 1.080 x 1.920 Pixel auf. Bei der CPU setzt der Hersteller allerdings auf den (bewährten) MediaTek MT6752 mit acht Kernen (Octa-Core) zu 1.7 GHz und einer Unterstützung für 64-Bit. Die Mali T760 MP2-GPU sorgt dabei für schnelle Grafikberechnungen, während die 3 GByte RAM beim Mutitasking helfen. Als Betriebssystem kommt dann natürlich nicht iOS, sondern Android 5.0 Lollipop zum Einsatz. Hier schummelt das Be Touch 2 dann allerdings das erste Mal. Der Hersteller gibt nämlich an, dass es mit Android 5.1 betrieben wird. Die Buildnummer LRX21M stammt aber klar von Android 5.0 r2. Ehrlich, das weckt jetzt bei mir nicht unbedingt Vertrauen in den Hersteller. Schlussendlich mag es für den Nutzer dann aber egal sein, ob Android 5.0 oder 5.1

    Der interne Speicher beträgt 16 GByte, davon stehen rund 12 GByte zur freien Verfügung und man kann ihn problemlos über MicroSD-Karten um weitere 128 GByte aufbohren. Dazu kommt noch eine 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite samt LED, eine 8-Megapixel-Kamera mit LED auf der Vorderseite und ein Fingerabdrucksensor.

    Design: Sieht (fast) aus wie das Original

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    Auf den ersten Blick hat es gerade auf der Vorderseite starke Ähnlichkeit mit dem Apple iPhone 6 Plus. Mit seinen Abmessungen von 158,1 x 77,4 x 8,6 mm und einem Gewicht von rund 160 Gramm ist es sogar fast gleich gross, dafür aber rund 12 Gramm leichter. Das ist auch kein Wunder, denn die Rückseite besteht beim Be Touch 2 aus Kunststoff. Der Rahmen selber wurde aus Aluminium gefertigt und steht in "Spacegray" und "Silver-White" zur Auswahl. Im Gegensatz zum 6 Plus bietet es aber links und rechts neben dem Homebutton noch zwei Sensortasten, die leider nicht beleuchtet werden können. Der Homebutton in der Mitte fungiert als normale Taste und hat auch einen Fingerabdrucksensor integriert. Legt man den zuvor festgelegten und trainierten Finger auf den Sensor, so kann man das Smartphone damit auch entsperren. Das klappte im Test - mit einiger Übung - zwar recht zuverlässig, kommt aber bei der Zuverlässigkeit weder an die Lösung von Honor noch an das Apple iPhone 6 heran.

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    Dreht man das Be Touch 2 auf die Rückseite, dann sieht man schnell den Unterschied zum angebissenen Apfel. Der Akkudeckel ist abnehmbar, sitzt SEHR fest und besteht aus Kunststoff. Er macht einen leicht zerbrechlichen Eindruck. Hat man ihn mit einiger Mühe abgenommen, so bekommt man Zugriff auf den wechselbaren Akku (angeblich 3.050 mAh, aber dazu später mehr), die MicroSD-Karte und auf die beiden SIM-Karten (Mini-SIM und Micro-SIM).

    Ein-/Ausschalter sowie der Lautstärkeregler befinden sich - dicht gedrängt - auf der linken Gehäuseseite. Kopfhörer und Lade-/Datenkabel stöpselt man auf der Oberseite ein und die beiden Mikrofone befinden sich dann eben oben und unten am Smartphone. Der Lautsprecher wurde ebenfalls auf die Unterseite verbannt.

    Lieferumfang: Fast schon hochwertiger als beim Original

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    Die schwarze Verpackung des Ulefone Be Touch 2 aus Karton macht einen hochwertigen Eindruck. Im Inneren findet man - hübscht verpackt - ein USB-Netzteil für europäische Steckdosen, ein flaches MicroUSB-Kabel, ein einfaches Kabelheadset und eine Schnellstartanleitung. Hinzu kommt eine zusätzliche Folie zum Schutz des Displays. Und das, obwohl der Hersteller auch ab Werk schon eine Folie aufgebracht hat. Und zusätzlich legt Ulefone noch einen robusteren Displayschutz aus Glas (in meinen Augen Kunststoff) sowie eine transparente Schutzhülle aus Silikon mit dazu. Im Gegensatz zum Lieferumfang beim Apple iPhone ist das ja fast Luxus pur.

    Display: Full-HD-Auflösung und trotzdem etwas schach

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    Das 5,5-Zoll große Display des Be Touch 2 löst nun endlich (im Gegensatz zum Vorgänger) in Full-HD (1.080 x 1.920 Pixel) auf. Dabei ist die neue Auflösung wirklich das Highlight. Die maximale Helligkeit geht zwar in geschlossenen Räumen noch in Ordnung, in freier Wildbahn - sprich bei Sonneneinstrahlung - muss sie sich aber schnell dem Gegner Sonne geschlagen geben. Ich hätte mir da etwas mehr Power gewünscht. Das Display selber ist dafür aber gleichmäßig ausgeleuchtet und bildet keinen "gelben Wölkchen". Die Blickwinkelstabilität des Ulefone Be Touch 2 ist ok. Die Darstellung der Kontraste und Farben empfinde ich persönlich als etwas schwach. Das Touch-Panel kann fünf Berührungspunkte voneinader unterscheiden und reagiert gerne mal etwas lagsamer. Man sollte es also schon "handfest" berühren udn vor allen Dingen die Schutzfolie entfernen! Dann geht es deutlich besser. Da bin ich wohl von meinem (deutlich teureren) Samsung Galaxy S6 Edge verwöhnt?!

    Performance und Akku: Schummeln ist eine Kunst

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    Ok, der beim Ulefone Be Touch 2 genutzte MediaTek MT6752 mit seinen acht Kernen a 1.7 GHz wird oft zu Unrecht als "Billigheimer" bezeichnet. Laut AnTuTu-Benchmark bringt der Chipsatz immerhin 46.1744 Punkten und auch im Geekbench 3 muss er sich mit 776 Punkten im Single-Core und 3.531 Punkten im Multi-Core nicht verstecken.

    Allerdings sagt der theoretische Wert im Benchmark noch nichts über die tatsächliche Performance des Be Touch 2 aus. Die Oberfläche von Android 5.0 ruckelt nämlich zum Teil ziemlich vor sich hin. Alle aktuellen Spiele, wie beispielsweise Reckless Racing 3 oder GTA San Andreas bzw. Modern Combat 5 liefen im Test hingegen flüssig. Der Prozessor macht dabei aber auf der Rückseite (etwa in Höhe der LED) durch eine ziemlich hohe Wäremeentwicklung auf sich aufmerksam. Unterschreitet man dagegen die magische Grenze von etwa 40% der Akkuleistung, dann wird die CPU sang- und klanglos heruntergetaktet. Vier der achte Kerne werden dann softwareseitig abgeschaltet. Im AnTuTu erreicht das Be Touch 2 dann nur noch knapp 21.000 Punkte. Hier scheint der Hersteller die Akkulaufzeit wohl künstlich zu erhöhen. In meinen Augen ein klares Zeichen dafür, dass der Akku eben keine 3.050 mAh leistet. Bei meinem Test kam ich auf eine Gesamtlaufzeit zwischen 16 und 18 Stunden bei normaler Nutzung. Die Aufladung hat dabei auch mit einem entsprechend schnellen (Fastcharge)-Ladegerät etwa 2 Stunden in Anspruch genommen. Angeblich unterstützt das Be Touch 2 nämlich auch Fastcharge, dass kann ich so nicht bestätigen. Auch scheint mir das mitgelieferte Ladegerät dafür eher ungeeignet.

    Konnektivität: Schlappes WLAN, fixes GPS und normaler Empfang

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    Das Ulefone Be Touch 2 unterstützt beim LTE-Empfang auch das in Deutschland weit verbreitete Band 20. So haben auch die o2- und Vodafone-Kunden eine Chance mit bis zu 150 Mbit/Sekunde im Download unterwegs sein zu können. Im Test erreichte ich im Netz der Telekom knapp über 70 mbit/s. Das eingebaute WLAN-Modul unterstützt die Standards b/g/n (2.4 & 5 GHz), mit dem ac-Standard kam es hingegen nicht klar. Der WLAN-Empfang war zudem deutlich schlechter als bein anderen Smartphones. Er brach schneller ab, war instabil und auch einen Tick langsamer. Vielleicht liegt das einer ungünstig positionierten Antenne.

    Daten werden per Bluetooth und Hotknot (eine Spezialität von und für MediaTek) übertragen. NFC bietet das Be Touch 2 nicht. Der eingebaute GPS-Empfänger war sehr schnell mit dem ersten Fix (unter 2 Sekunden), ist dafür aber auch recht ungenau. Die Telefonqualität ist gutes Mittelmaß, der Gesprächsteilnehmer kommt insgesamt etwas leise rüber. Dase Ulefone Be Touch 2 unterstützt den Betreib von zwei SIM-Karten gleichzeitg (Dual Standby). Gleichzeitiges Telefonieren auf beiden Leitungen ist nicht möglich, dafür unterstützen beide SIM-Einschübe LTE. Das Ulefone Be Touch 2 bietet einen digitalen Kompass sowie ein Barometer. Zu letzterem fehlt hingegen die passende App.

    Multimedia: 13-Megapixel-Kamera mit Sony-Sensor?

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    Laut Datenblatt setzt Ulefone bei der Kamera des Be Touch 2 auf der Rückseite einen Sony IMX214 Sensor ein. Der soll immerhin 13 Megapixel auf den Chip bannen und angeblich für gute Ergebnisse sorgen. In der Realität bekommt man zwar eine ganz ansehnliche Bildqualität zu Gesicht, die Testbilder wirken aber viel zu hell.

    Meine Vergleichsbilder mit dem Sony Xperia M4 Aqua sind da deutlich besser geworden. Was nützt einem da noch der LED-Blitz für die Frontkamera? Eine Benachrichtigungs-LED hat das Be Touch 2 nämlich nicht. Die Frontkamera löst laut App mit 8 Megapixel auf und bietet neben der LED auch einen Beauty-Modus für Selfies. Der glättet dann die Gesichter (teilweise sehr künstlich). Bei der Kamera-App beschränkt sich das Ulefone Be Touch 2 auf ein paar Szene-Modi sowie einen HDR-Modus.

    Der Klang des eingebauten Lautsprechers ist nicht der Rede wert, er ist zudem eher leise. Der Klang über Kopfhörer ist nicht zuletzt wegen der Equalizer-Presets recht ausgewogen ohne mich so richtig vom Stuhl zu hauen. Das eingebaute FM Radio funktioniert über Kopfhörer und liefert einen befriedigenden Empfang und Sound.

    Android 5.1: Nee, da hat der Hersteller ordentlich geschummelt!

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    Ulefone setzt beim Be Touch 2 auf ein optisch unverfäschtes Android 5.0. Laut Einstellungen behauptet es zwar, sich mit Android 5.1 einzukleiden. Das kann aber aufgrund der Optik und vor allen Dingen der Build-Nummer LRX21M nicht sein. Ab Werk findet man bereits den Google Play Store und ein paar nützliche Apps. Wem das nicht reicht, der kann sich ja hemmungslos bei Google bedienen. In China ist die sogenannte Gesten-Steuerung wohl total "in". So kann man sein Ulefone per Doppeltap auf den Screen entsperren und wieder schlafen schicken, durch ein gezeichnetes "V" den Taschenrechner starten oder sogar die Kamera an den Start bringen. Leider reagiert das Be Touch 2 auf solcherlei Eingaben nur recht widerwillig und zeitverzögert.

    Fazit: Ich bin kein iPhone 6 Plus

    Ja, das Ulefone Be Touch 2 ist kein iPhone 6 Plus. Das finde ich jetzt nicht wirklich schade. Aber ist es wirklich eigenständig genug, um nicht als einfacher Klon sein Schattendasein zu fristen? Das Be Touch 2 kostet knapp 250 Euro und dafür bekommt man ein 5,5-Zoll großes Full-HD-Display von mittlerer Güte. Etwas zu dunkel bei direkter Sonneneinstrahlung, aber dennoch ok. Die CPU ist für aktuelle Spiele schnell genug, kämpft aber trotz 3 GByte RAM mit dem teilweise schnarchig wirkenden Android 5.0. Da besteht Optimierungsbedarf auf der Softwareseite. Die Kamera macht gute Bilder, kann aber nicht endgültig überzeugen. Leider trickst der Hersteller bei der Akkuleistung herum. Die maximale Kapazität beträgt definitiv nicht 3.050 mAh und die CPU wird bei etwa 40% in den Stromsparmodus geschickt, die Häfte der Kerne werden deaktiviert. Zudem ist die WLAN-Übertragung und der Empfang deutlich schlechter als bei anderen Geräten. Gerade letzteres empfinde ich persönlich als nervig. Der vielgepriesene Fingerabdrucksensor ist in meinen Augen Spielerei. Der GPS-Empfänger ist dabei schon beängstigend schnell mit dem Fix, glänzt aber auch eher durch Ungenauigkeit. Alles in allem ein gemischter Eindruck. Ist es also eigenständig genug und sein Geld wert? Wenn ich mir so das deutlich günstigere Lenovo K3 Note ansehe, dann eher nicht. Wer aber Spaß am Ulefone Be Touch 2 gefunden hat, der kann es sich bequem und sicher bei gearbest.com importieren.