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Review: Xiaomi Mi4c (5" FHD, Snapdragon808, 16 GB, 13 MP)

Review: Xiaomi Mi4c (5" FHD, Snapdragon808, 16 GB, 13 MP)

  1. dragon-tmd
    Xiaomi stellt mit dem Mi4c nach dem Mi4i und Mi4 nun schon die dritte Variation des recht erfolgreichen Urvaters vor. Das Xiaomi Mi4c kann man wieder nur per Import bekommen. Für knapp 240 Euro erhalte ich dann erst einmal ein Smartphone im Plastegewand. Im Vergleich zum Mi4 tauscht man also quasi den Mercedes gegen einen Trabi. Das gilt aber nur für die Hülle. Die inneren Werte könne da nämlich sofort überzeugen. Mit seinem 5-Zoll großen Touchscreen in Full-HD, einem sehr schnellen Snapdragon 808-Prozessor samt Adreno 418 GPU, 2 GByte RAM und 16 Gbyte internen Speicher hat man einen echten „Deluxe-Trabi“ vor sich. Un der tritt dem Mercedes ordentlich in den Allerwertesten :) Aber wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. So leistet der Akku zwar 3.080 mAh, kann aber nicht selbst gewechselt werden. Und auch der mit 16 GByte nicht gerade üppig dimensionierte Speicher kann nicht über microSD-Karten erweitert werden. Das Xiaomi Mi4c stammt übrigens von gearbest.com und wird ab Werk mit deutscher Sprache aber ohne LTE in Band 20 ausgeliefert. Den vollständigen Testbericht mit allen Screenshots, Kamerabildern und Bildern des Xiaomi Mi4c findet ihr bei mobile-reviews.de.

    Technik und Performance: Für den Preis überraschend hochwertig.

    Das größte Manko gleich vorweg: der interne Speicher beträgt nur 16 GByte und kann – wie beim Xiaomi Mi4/Mi4i – auch nicht über micro-SD-Karten erweitert werden. Das ist definitiv ein Problem, zumal für den Nutzer nur knapp 11 GByte zur freien Verfügung stehen. Da das Xiaomi Mi4c den neuen USB Type-C nutzt, kann mn auch nicht so einfach einen USB-Stick über USB-OTG anschließen. Dazu benötigt man erst einen passenden Adapter. Die rückseitig verbaute 13-Megapixel-Kamera kam auch schon beim Mi4 zum Einsatz. Auf der Vorderseite kommt eine 5 Megapixel-Knipse für Selfies zum Einsatz. Da konnte das Mi4 noch mit 8 Megapixel auftrumpfen. Der 1.4 GHz schnelle Snapdragon 808 des Xiaomi unterstützt 64-Bit und nutzt insgesamt sechs Kerne. Für diesen Preis ein extrem interessanter Chipsatz, der im aktuellen AnTuTu auch mit 55.601 Zählern punkten kann. Im Geekbench 3 reicht es für 1.266 Punkte im Single-Core und 3.345 im Multi-Core. Bei aufwändigen Spielen heizt sich die CPU nur leicht, aber spürbar auf.

    Das 5 Zoll große Display löst mit 1.080 x 1.920 Pixel auf, stellt seine Farben recht natürlich dar, schwächelt aber etwas bei der maximalen Helligkeit. Laut Hersteller soll das Mi4c-Display über eine „Sunlight-Technologie“ den Kontrast jedes einzelnen Pixels in Echtzeit anpassen. So ähnlich „trickst“ auch Samsung. Im Test klappte das aber bei direkter Sonneneinstrahlung nicht ganz so gut wie bei der Konkurrenz. Die Farbdarstellung kann man in den Einstellungen übrigens selbst optimieren und ein spezieller Lesemodus reduziert bei Dunkelheit den – für einen gesunden Schlaf angeblich störenden – Blauanteil.

    Design: Plastik, keine Kanten

    Das Design des Xiaomi MI4c ist unspektakulär. Das Gehäuse besteht aus Plastik und bringt bei Abmessungen von 138,1 × 69,6 × 7,8 Millimeter nur 132 Gramm auf die Waage. Neben Schwarz und Weiß bekommt man es auch in Pink, Gelb und Rosa. Das Gerät liegt dank matter Rückseite gut in der Hand und ist wertig verarbeitet. Auf der Oberseite findet man den Anschluss für Kopfhörer (gehören nicht zum Lieferumfang) sowie einen IR-Blaster. Die passende App muss man sich allerdings selbst im Play Store suchen. Auf der Unterseite kommt der o.a. erwähnte USB Type-C zum Einsatz. Lade-/Datenkabel und Ladegerät hat der Hersteller nicht vergessen. Die beiden SIM-Karten werden auf der linken Seite auf einem recht billig anmutenden Tray ins Gehäuse eingeschoben. Der Lautstärketaster sowie der Ein-/Ausschalter liegen auf der rechten Seite. Eingehende SMS, Nachrichten und Anrufe signalisiert das Mi4c durch eine farbige LED auf der Vorderseite. Die Farben kann man dabei sogar selbst einstellen.

    MiUi V7: Bunt ist die Welt und Granatenstark

    Das Mi4c wird bereits mit dem aktuellen MIUI V7 und Android 5.1 ausgeliefert. Die deutsche Übersetzung ist allerdings immer noch eher als rudimentär einzustufen. Bei meinem Testgerät war zwar ein deutsches ROM installiert, „dank“ der zahllosen chinesischen Apps habe ich mich aber für ein passendes Custom-ROM von Xiaomi.eu mit einer perfekten Übersetzung entschieden. Alle für die Arbeit mit Googles notwendigen Programme und Frameworks waren aber bereits vorher installiert.

    Xiaomi hat bei der Benutzeroberfläche eine Menge sinnvoller Anpassungen vorgenommen. Das MIUI V7 verzichtet auf einen normalen App-Drawer. Alle Apps und Icons werden daher auf den diversen Homescreens verteilt. Auf Wunsch kann man seine Apps aber auch in Ordnern sortieren. Die drei Sensor-Tasten zur Bedienung von Android befinden sich unter dem Display. Der Verzicht auf einen App-Drawer ist auf den ersten Blick zwar nett, kann nach der Installation von vielen Apps und Games aber schnell zum Verlust der Übersicht führen.

    MIUI bietet bereits heute ausgeklügelte Sicherheitsfunktionen zum Schutz der Privatsphäre. So kann ich die Rechte jeder App selbst bestimmen. Ein eingebauter Manager kümmert sich um Dateileichen oder gibt Speicher frei. Von den knapp 2 GByte RAM stehen noch rund 1 GByte für Apps zur Verfügung. Wer mag, kann MIUI auch über Themen (teils kostenpflichtig) personalisieren. Mit dem Copyright nehmen manche Entwickler es dann aber nicht allzu genau.

    So findet man im offiziellen Store teils kostenpflichtige, mehr oder weniger hübsche Themen im iOS, Sony oder auch iWatch-Style. Wer MIUI nicht mag, kann sich im Play Store auch einen anderen Android-Launcher installieren. Ich habe hier mal alle Screenshots in einer Galerie zusammengefasst.

    Das Mi4c kann nun auch über Klopfbewegungen am Rand des Gehäuses bedienen. So kann man zum Beispiel den Fokus auslösen und ein Foto machen oder im Menü einen Schritt zurück navigieren. Nett, aber in meinen Händen nutzlos :)

    Sound: Laut – Rockig – Hammer

    Der Lautsprecher des Xiaomi Mi4c auf der Rückseite ist laut, klingt sogar „rockig“ und recht sauber. Leider wird der Sound dabei nicht mehr über den ESS WA9018K2M-Audiochip des Vorgängers verbessert. Das Mi4c bietet dennoch zahlreiche Equalizer-Presets und Sound-Einstellungen. Es gibt sogar Voreinstellungen für Kopfhörer-Modelle aus dem Hause Xiaomi. Der Klang hat mir persönlich sehr gut gefallen und kann in meinen Ohren (mit dem Sennheiser Momentum) problemlos mit deutlich teureren Modellen aus dem Hause Apple, Samsung und Sony mithalten. Der Musikplayer ist zielführend und stellt alle wichtigen Infos – vom Albumcover über Playlisten und Interpreten – dar.

    Kamera: Mit 13-Megapixel kommt schon ordentlich Freude auf

    Die 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite nutzt einen LED-Blitz, bietet aber keinen optischen Bildstabilisator. Die Kameraqualität des Mi4c ist gut, entspricht in etwa der des Mi4 und kann so nicht mit dem iPhone 6 (s) oder Galaxy S6 (Edge) mithalten. Das Rauschverhalten bei Dunkelheit ist ok, die Farben werden recht natürlich abgebildet und auch die Bilddynamik ist bei guten Lichtverhältnissen noch ansprechend. Einzig die Schärfe der Aufnahmen leidet manchmal. Der HDR-Modus verbessert die Aufnahmequalität leicht.

    Für Aufnahmen bei Nacht sowie für Selfies mit Beauty-Upgrade („Hauttöne“) stehen spezielle Aufnahmemodi zur Auswahl. Beim Beauty-Uprade retuschiert die Software hemmungslos drauflos, das Ergebnis wirkt etwas künstlich. Über den manuellen Modus bekommt man direkten Zugiff auf Weißabgleich, Helligkeit und den Fokus. Daneben gibt es auch noch Spielereien in Form einer Tilt-Shift-Funktion und Fischauge. Videos zeichnet die Kamera des Xiaomi Mi4c auf Wunsch in Zeitlupe oder Zeitraffer auf. Testbilder der Kamera findet ihr auf meinem Flickr-Konto:

    Sprachqualität/Akku: Da gibt es nix zu meckern

    Die Gesprächslautstärke ist beim Mi4c wirklich gut und die Gesprächspartner klingen klar und deutlich durch den Hörer. Der fest eingebaute Akku leistet 3.080 mAh und hält im Dauereinsatz (bei aktiviertem Display & WLAN) etwa 8 Stunden durch. Selbst Dauernutzer werden ihr Mi4c also höchstens einmal am Tag nachladen müssen. Alle anderen kommen mit einer Akkuladung etwa 2 Tage aus. Die umfangreichen Energiesparoptionen in den Einstellungen sorgen im Notfall sogar für etwas mehr Ausdauer. Das Xiaomi Mi4c unterstützt den Betrieb mit zwei Micro-SIM-Karten gleichzeitig. Im Netz der Telekom konnte ich mit LTE in Münster knapp 85 mbit/s erreichen, im Netz von o2 mit HSPA knapp 4 mbit/s. Leider unterstützt auch das Xiaomi Mi4c nicht das in Deutschland weit verbreitet LTE-Band 20. Nutzer von o2 müssen daher ohne LTE auskommen.

    Fazit: Wer mit wenig auskommt, spart

    Das Xiaomi Mi4c kostet aktuell (als Import) etwa 240 Euro. Der Snapdragon 808 macht im Vergleich zum Snapdragon 801 des Mi4 oder Snapdragon 615 im Mi4i einen sehr guten Eindruck. Die Haptik des Kunstoffgehäuses ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack, die fehlende Unterstützung für das LTE-Band 20 sollte man auf jeden Fall beachten. Am meisten stört mich persönlich aber der Verzicht auf die Speichererweiterung per microSD. Das klappt nur über Umwege (USB-OTG samt Adapter auf Type-C). Wer also ab Werk mehr Speicher benötigt, der sollte zur knapp 280 Euro teuren Advanced Edition mit 3 GByte RAM und 32 GByte internem Speicher greifen. Ich finde den Preis des Xiaomi Mi4c auf jeden Fall angemessen, wenn man „sparsam“ ist