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Fairphone, Gewinnmargen und Features

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Createx, 16. September 2015.

  1. Createx
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    Im "Kurze Fragen" Thread uferte das etwas aus, daher hier ein frischer Thread für das Thema.

    @altmann hat dort einen sehr interessanten Link gepostet - Es die Zusammensetzung der Kosten des Fairphones, wobei ca. 40€ allein für Lizenzgebühren draufgehen. Daraufhin kam die Frage, wie z.B. Huawei dann in der EU ein Honor Holly für 99€ anbieten kann.
    Außerdem interessant: Wenn man sich die Preise von Ersatzteilen anguckt (z.B. LCDs, Digitizer), wieso ist dann das ganze Handy so teuer und kassiert da der Hersteller groß ab?

    Da ich gestern abend keinen Bock mehr auf lernen hatte, habe ich mir mal Gedanken gemacht...



    Apple und Blackberry (mehr schlecht als recht) sind die beiden großen Smartphone-Hersteller, die sich über Software profilieren können. Blackberry war lange der Goldstandard für geschäftliche Nutzung, aber hat durch die Konkurrenz unglaublich viel Boden verloren.
    Apple hingegen punktet nicht über Features, sondern über Berechenbarkeit und Kohärenz. Wenn du ein iGerät kaufst weißt du genau was du kriegst. Alle Apps werden funktionieren, das Gerät läuft stabil, du musst dich nicht an ein neues OS gewöhnen. Du kannst leicht von einem zum nächsten Gerät migrieren, du kannst sehr leicht Daten zwischen deinen Geräten hin- und herschieben. Solange du dich in der Apfelwolke befindest funktioniert auch alles Zubehör perfekt, kein Frickeln nötig.
    Das verkauft Apple.
    Da wird Android einfach nie mithalten können, soll es auch nicht.
    Das Elephone jetzt mehr auf Software setzen will zeigt ja wie groß der Druck in dem Geschäft ist. Jetzt suchen sie halt nach einer anderen Zielgruppe, um den Absatz zu retten. Die Enthusiasten sind da ideal, die achten zwar auch auf den Preis, aber eben auch etwas mehr auf die Software. Und wenn man die Herzen der Nerds hat fallen die Reviews auch deutlich besser aus, siehe Xiaomi.

    Das die Beträge, die tatsächlich für soziale Projekte verwendet werden, ziemlich klein sind ist klar. Dafür sind die Absatzzahlen einfach viel zu gering.
    Darum geht es eigentlich auch nicht - stattdessen bringt das Fairphone viel Aufmerksamkeit. So denkt man nämlich drüber nach, wie eigentlich das eigene Smartfön hergestellt wird. Das treibt einen vielleicht nicht zum Fairphone, aber wenn demnächst Samsung (wer sonst...) zwei sonst baugleiche Modelle anbietet, wobei das eine "fair" gelabelt ist und 30€ mehr kostet...
    Das Fairphone will Nachhaltigkeit auch bei Smartphones schlicht und einfach zu einem bewerbenswerten Feature machen. Und da sehe ich durchaus Erfolgsaussichten - man schaue sich nur mal den Bio- und Fair-Boom im Einzelhandel an, das hätte sich vor ein Jahren auch keiner vorgestellt.
     
    Erbsenmatsch und Sotair sagen Danke für diesen hilfreichen Beitrag.
  2. Schussi
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    Das halte ich für ein Gerücht :).

    Ich halte das Fairphone auch für einen interessanten Ansatz, bisher hielt sich aber der Erfolg in Grenzen
     
  3. wydan
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    wydan Well-Known Member

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    seh ich auch so und hab es ankligen lassen
    trozdem seh/meine ich das da zu viel beim verkäufer landet
    wie ist eigentlich deren reparatur abwicklung? in der eu oder china und deren garantie.
    das fairphone von Samsung finde ich eher recht dreist
     
  4. altmann
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    Das ich bei der Produktion eines Produkts Fixkosten und variable Kosten habe, ist mir auch klar.
    Und Fixkosten nehmen nunmal proportional zur Herstellmenge ab.

    Nur ist die Herstellmenge der meisten Chinaphone-Produzenten auch nicht so riesig. Pro "Modell" dürften auch nur so 20-30k verkauft werden, also ähnlich dem Fairphone.
    Irgendwo war hier mal zu lesen, dass 50k Einheiten eines Modells schon einen riesen Erfolg für einen Chinaphone-Hersteller bedeuten.

    Dass die Lizenzabgaben gestaffelt sind, macht Sinn. Auch das bei wirklich großen Stückzahlen der Preis immer günstiger wird.
    Nur muss ich mir nur mal den Raspberry Pi angucken. Wenn ich dort für die Codes MPEG2 und VC-1 mir die Lizenzen kaufe, bin ich knapp 5 Euro los. Für gerade mal zwei Videocodecs. Die Raspbi Foundation wird denke ich dort nicht viel Gewinn machen, und die Lizenzen werden wohl in ziemlich hohen Stückzahlen verkauft.
    Klar, kann man jetzt nicht 1:1 auf ein Telefon spiegeln. Leider findet man aber über Lizenzkosten bzgl. Smartphones recht wenig, um mal über eine "Hausnummer" sprechen zu können.

    Einen recht interessanten Artikel habe ich zu dem Thema gefunden:

    Smartphones: Patentlizenzen kosten ebenso viel wie die Komponenten

    Der Artikel ist zwar ein gutes Jahr alt, an der Ausgangslage hat sich aber nicht viel geändert.

    Mit der interessanteste Part ist eigentlich:

    "Schätzungen zufolge beläuft sich die Zahl der Patente, die derzeit im Smartphone-Markt eine Rolle spielen, auf etwa eine Viertel Million. Viele davon wurden von den großen Herstellern angesammelt, die es dann schaffen, über gegenseitige Lizenzverträge mit anderen wiederum einen guten Teil der eigenen Kosten zu deckeln. Wer allerdings nicht selbst über ein ausreichend großes Patentportfolio verfügt, steht hingegen im Regen."

    Also nix mit Stückzahlen. Eher nach dem Motto: Sei einfach eine lange etablierte Firma, dann haste genug Patente angesammelt um mit deinem Mitbewerber kungeln zu können.

    Das da die kleine chinesische Hinterhofbude nicht mithalten kann sollte klar sein, wenn man sich die Kosten anschaut.
    Bin mir deswegen eigentlich ziemlich sicher, dass die sich sehr wenig Gedanken um eine Lizenzierung vieler verbauten Dinge machen.

    Bei meinem Beispiel, dem Honor Holly für 100 Euro mags noch hinkommen, da Huawei doch ein recht großer Konzern ist und einfach die Marktmacht und die Stellung hat, um mit den anderen "Großen" zu handeln. Aber eine Ele-Ule-Wasweissich-Hersteller hat das ganz sicher nicht.

    Das die angesprochenen Gewinnmargen nicht besonders sind, ist auch bekannt. Diese bewegen sich pro Stück im niedrigen Eurobereich, sowohl für Hersteller wie auch für Groß- und Einzelhändler. Nur kommt da, wenn jeder was dran verdienen will, halt auch was zusammen. Dann rechnen wir nochmal die Steuern runter, da bleibt nicht viel übrig für die Teile, Entwicklung, QC, etc.
    Das die kleinen mit den großen nicht mithalten können was die Kosten angeht, okay. Aber mein Fazit ist halt eigentlich, dass die kleinen Hersteller es sicher nicht genau mit Lizenzen, etc. nehmen.

    Und daraus resultierte ja eigentlich dann meine Frage, obs dadurch mal irgendwann für uns Endverbraucher zu Problemen beim Zoll kommen kann :)

    btw: Schöner Artikel denn ich beim googlen nach Kosten gefunden habe, hihi.. Noch gar nicht soooo lange her.
     
    Sotair und Createx sagen Danke für diesen hilfreichen Beitrag.
  5. Createx
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    Sehr interessanter Artikel, danke altmann :)
    Wo hast du denn die 50k für die chinesischen Hersteller her? Ich kann mir kaum vorstellen, dass das so wenig ist, zumindest nicht am heimischen Markt. Könnte mir eher vorstellen, dass sich diese Zahlen auf den Export beziehen.
    Was die Lizenzen angeht, hatte ich nicht so bedacht, dass die Hersteller so viel klüngeln. Macht aber Sinn, man liest ja immer wieder, dass Tech-Unternehmen eigentlich nur wegen der Patente geschluckt werden.
    Ich kann leider überhaupt nicht einschätzen, wie gut die chinesischen Behörden Lizenzverstöße verfolgen - von ausländischen Unternehmen schäzungsweise kaum, aber bleiben die auch tatenlos, wenn Doogee Huawei abzieht?
    Eine andere Frage wäre dann noch, wer eigentlich diese Lizenzen haben muss - der Endhersteller oder der Hersteller des Chipsatzes? Die Technik für GSM, LTE usw. ist ja komplett auf dem SoC, der auch das En- und Dekodieren von Medien übernimmt.

    Was uns als Endverbraucher legal angeht - da können wir hier echt nur spekulieren. Zollprobleme könnte ich mir aber tatsächlich vorstellen, wenn da blatant und großflächig Lizenzen piratisiert werden, aber ich denke mal, dass das hier importierte Volumen einfach zu klein ist.

    @wydan
    Das ist eine holländische Firma, also nehme ich mal an, dass die auch hier reparieren oder du es zumindest nach Holland einschicken kannst. Muss ja rechtlich auch so sein wenn ich das richtig im Kopf habe.
    Und wieso wäre das dreist, mehr Geld für ein faires Produkt zu verlangen? Du kriegst inzwischen in jedem besseren Supermarkt z.B. GEPA-Schokolade, die einen netten Aufpreis gegenüber "normaler" Schoki mit gleicher Qualität kostet. Verkauft sich gut! (GEPA ist übrigens ne klasse Firma, hab da mal ein Praktikum im Hauptlager gemacht)
     
    Sotair sagt Danke für diesen hilfreichen Beitrag.