1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Testbericht Mini Netbook Windows CE 6.0 mit 7" WVGA-Bildschirm

Dieses Thema im Forum "Testberichte Archiv" wurde erstellt von asskicker, 16. Januar 2011.

  1. asskicker
    Offline

    asskicker D00d

    Registriert seit:
    7. Januar 2008
    Beiträge:
    209
    Danke:
    12
    Handy:
    K8000+
    Seit einiger Zeit gibt es hier und da Mini Netbooks mit 7 Zoll Bildschirm und Windows CE 6.0 zu kaufen, meist um 100 Euro, z.B. das Jay-Book von Jay-Tech bei Real. Die "Erfahrungsberichte" in anderen Foren oder besser gesagt Meinungsäußerungen von Leuten, die solch ein Produkt von vornherein als Technikschrott bezeichnen, sind oft wenig hilfreich, und da ich kein Problem damit habe, mal etwas rumzuprobieren, und zum anderen auch eine ziemlich genaue Vorstellung habe, was man mit so einem Gerät anfrangen kann, dachte ich mir, ich versuchs einfach mal.

    Gekauft habe ich folgendes bei priceangels.com:

    http://priceangels.com/7-inch_TFT_L...___2GB_Flash___USB_Host___SD_Slot__p8020.html

    Gekostet hats inklusive Einfuhrumsatzsteuer knapp 70 Euro.


    Herstellerangaben

    Das Gerät kann bzw. hat folgendes:

    - Screen Size: 7"
    - Widescreen Display: Yes
    - Max Resolution: 800 x 480 px
    - OS Language: English
    - Operating System: Windows CE 6.0
    - CPU: VIA ARM-WM8505
    - Chipset: WM8505
    - CPU FSB: 300MHz
    - Memory: 128 MB
    - Flash Disk: 2GB Built-in
    - External Memory: SD/MMC card (32GB Max.)
    - LAN: RJ45, 10/100Mbps
    - WLAN: 802.11b/g Wifi/Wireless LAN
    - Speaker: Internal Speaker x 2
    - Touchpad: Yes
    - Keyboard: 80-key keyboard
    - Ports:
    - 1 * USB Host
    - 1 * USB hub for Keyboard
    - 1 * USB hub for Mouse
    - 1 * RJ45 LAN
    - 1 * 3.5mm Microphone
    - 1 * 3.5mm Headphone
    - 1 * SD/MMC card slot
    - AC Adapter: AC 100~ 240V US plug power adapter
    - Battery: Internal 7.4V, 1000mAh Lithium-ion


    Verarbeitung

    Die Verarbeitung ist angesichts des Preises völllig OK. Zwar knarzt es hier und da, aber an keiner Stelle hatte ich das Gefühl, es mit einem Billigstprodukt zu tun zu haben.


    Bildschirm

    Der Bildschirm ist mit 7 Zoll zwar nicht so irre groß, allerdings ist es ein guter Kompromiss aus Größe und Portierbarkeit, sprich: je größer, desto umständlicher mitzunehmen.

    Von der Ausleuchtung ist der Bildschirm aber top, und er lässt sich in mehreren Stufen von der Helligkeit her verstellen. Schärfe ist auch top, die Auflösung für diese Bildschirmgröße ideal.


    Akkulaufzeit

    Leider nur 1,25 Stunden bei eingeschaltetem WIFI - das ist echt ein Kritikpunkt. Ich habe mir aber ein externes Akkupack selbst gebastelt: mit nem Batteriehalter für 8 AA-Akkus und einem kleinen Stecker, den ich noch rumliegen hatte, hat mich das exklusive Akkus grade mal 3 Euro gekostet. Mit dem externen Akku habe ich etwa weitere 2 Stunden Akkulaufzeit unter Verwendung von 2450 mAh-Akkus.


    Handling und Fähigkeiten

    So, nun zum wichtigsten.

    Das Touchpad ist angenehm, aber wenn man damit am Schreibtisch sitzt, ist eine externe Maus zu empfehlen, das macht das Leben um einiges einfacher. Ich habe drei USB-Mäuse probiert, gingen alle problemlos.

    Die Tastatur ist natürlich recht klein, etwa wie beim ersten EEE-PC, aber wenn man nicht gerade Bärenpranken hat, lässt sich damit recht angenehm mit 10 Fingern tippen.

    Das Tastaturlayout lässt sich übrigens auf deutsch umstellen. Damit stimmt zwar die Beschriftung der Tastatur in einigen Fällen nicht mehr mit der tatsächlichen Belegung überein (z.B. gibts auf ner englischen Tastatur keine Umlaute), doch wer mit 10 Fingern schreiben kann, merkt das kaum.

    Die Prozessorgeschwindigkeit von 300 MHZ und der verfügbare Speicher (RAM: 128 MB, "Festplatte" 2 GB) lässt zwar die Vermutung zu, dass das viel zu wenig ist zum vernünftigen Arbeiten, aber man darf nicht vergessen, dass das Teil superbillig ist und im Grunde Handytechnik enthält. Für den Zweck, für den das Gerät gemacht wurde, reicht dies auf jeden Fall aus, zumal eigentlich alles, was man so braucht, schon vorinstalliert ist.

    Installiert ist u.a. folgende Software:

    - eine Youtube-App
    - Wordpad
    - SpreadCE als Excel-Ersatz
    - WinRAR
    - Skype
    - Coreplayer
    - Internet Explorer

    Ins Internet geht man per WLAN. Die Verbindung klappt schnell und zuverlässig. Man muss sich beim Surfen der Tatsache bewusst sein, dass man hier Handytechnik hat, also auch einen Quasi-Handybrowser. Mit dem Internet Explorer werden normale Internetseiten recht behäbig angezeigt. Doch es gibt von sehr, sehr vielen Seiten (Kicker, Spiegel, Bild, Tagesschau, 4Players, Web.de, Ebay, Sparkasse und noch viele mehr) für Mobile Browser optimierte Versionen, die sich sehr angenehm nutzen lassen. Für die meisten anderen Seiten kann man - sofern man keine sensiblen Informationen übermitteln will - auch Dienste wie Skweezer nutzen. Außerdem gibts von UCWeb eine Windows-CE-Version, die gute Dienste leistet.

    Das Bearbeiten von privatem Schriftverkehr oder die Nutzung einfacherer Excel-Tabellen ist mit dem Mini Netbook prima möglich. Emails lassen sich ebenfalls um Welten angenehmer verfassen und bearbeiten als mit einem Handy.

    Oft wird bemängelt, dass man bei WinCE entgegen von WinXP und co keine Software nachinstallieren kann und WinCE auch inkompatibel mit WinXP usw. ist. Selbstverständlich ist das ein Argument. Doch mit etwas Suchen lässt sich durchaus eine ganze Menge Software für WinCE finden, die eine Vielzahl von Gebieten abdeckt. Aber natürlich ist es auch so, dass so ein WinCE-Netbook viel zu wenig Power hat, um sowas wie Videobearbeitung oder Raytracing zu betreiben.

    Mit der vorinstallierten Software lässt sich schon eine ganze Menge anfangen.

    Videos schauen, die größer als 320x240 sind, macht keinen Spaß; die Youtube-App erfüllt aber ihren Zweck: man sucht über die App nach einem Film, und der wird dann über den Coreplayer zufriedenstellend abgespielt.

    Fazit

    Es schließt die Lücke zwischen Handy und PC meines erachtens gut. Wer wenig Geld ausgeben will und recht angenehm seine private Korrespondez unterwegs oder auf der Arbeit erledigen will, kann das gut machen. Ich würde es jedenfalls wieder kaufen.

    Als Alternative könnte man sich auch ein Android-Tablet kaufen. Das kann mit Tastatur natürlich viel mehr, kostet aber auch mindestens das doppelte. Und für ca. 250 Euro bekommt man ein "richtiges" Netbook, mit Intel-Atom-Prozzi und "richtigem" Windows. Doch die brutto 70 Euro (Netto unter 60 Euro), die so ein WinCE-Netbook kostet, ist es auf jeden Fall wert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Januar 2011