[Review] Xiaomi Mi Mix - The future is now!

Dieses Thema im Forum "Smartphones" wurde erstellt von PJF16, 9. Januar 2017.

  1. PJF16
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    Nexus 6P 64GB, Xiaomi RedMi Note 4 64GB
    Seit dem 15. Dezember teste ich nun das Xiaomi Mi Mix. Das Mi Mix war die große Überraschung von Xiaomi. Nicht nur, weil es neben dem Xiaomi Mi Note 2 keiner erwartet hatte, sondern auch, weil es ein kleines, technisches Wunderwerk mit einem riesigen Display, welches 91,23% der Vorderseite einnimmt, ist. Dem riesigen Display stehen der neueste Prozessor von Qualcomm, der Snapdragon 821, sowie 4GB bzw. 6GB RAM zur Seite. Damit die Leistung auch mit genügend Apps ausgenutzt werden kann, kommt das Mi Mix mit 128GB oder 256GB Speicher. Wie sich das riesige Display und die sonstigen Komponenten im Alltag schlagen, möchte ich hier nun berichten.
    Pros
    • geniales Display
    • (fast) kein Bezel (Rand)
    • hochwertige Verarbeitung
    • Keramikgehäuse
    • Snapdragon 821 Prozessor
    • sehr guter Fingerprintsensor
    • sehr lange Akkulaufzeit
    • Dual-SIM
    • großer Speicher (128GB / 256GB)
    • echt Lederhülle im Lieferumfang
    • Quick-Charge 3.0 Technologie
    Cons
    • Kamera etwas schwächer als bei der anderen Flaggschiffkonkurrenz
    • mit 209 Gramm etwas schwer
    • kein LTE Band 20
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    Xiaomi Mi Mix - The future is now!
    Ich habe das Xiaomi Mi Mix vergünstigt von TomTop.com zur Verfügung gestellt bekommen. Dort ist es derzeit um ca. 730 Dollar zu haben. Ich habe dabei die DHL Versandmethode gewählt. Diese brachte das Smartphone nach fünf Werktagen zu mir.


    Unboxing



    Das Xiaomi Mi Mix kommt sehr Xiaomi-untypisch verpackt. Die Verpackung ist komplett schwarz und nur sehr kleine Merkmale lassen erahnen, was sich im Inneren befindet. Seitlich ist noch angegeben, ob es sich um die 128GB oder 256GB Version handelt. Hat man die Verpackung geöffnet, lässt sich seitlich aus der Verpackung das Innere herausziehen. Dieses Innere kann man sehr elegant ausklappen. Ich persönlich habe solch eine Verpackung noch nie gesehen und war sehr positiv überrascht. Nachdem man die Verpackung ausgeklappt hat, kommen schon alle Komponenten zum Vorschein: das Xiaomi Mi Mix, eine sehr hochwertige und edle „echt Leder“ Hülle sowie ein USB A to C Kabel, der Netzadapter und die Xiaomi-typischen Beschreibungen.
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    Verarbeitung

    Man konnte es wahrscheinlich erahnen: nachdem auch günstige Modelle von Xiaomi eine super Verarbeitung aufweisen, sind auch die Premium-Modelle des Herstellers dementsprechend verarbeitet. Das komplette Gehäuse besteht aus Keramik, sogar die Knöpfe. Dies wirkt wirklich sehr hochwertig. Entgegen anderer Meinungen, finde ich das Keramik nicht rutschig. So schön das Keramik aber auch sein mag, muss man leider zugeben, dass es ein echter Fingerabdruckmanget ist. Fingerabdrücke sind sehr schnell ersichtlich. Keramik hat jedoch auch den Vorteil, dass es ein sehr hartes Material ist. So kratzt die Rückseite nicht schnell ab und bietet Kratzern mehr Widerstand als Aluminium oder Glas. Mit 209 Gramm ist das Smartphone aber doch etwas schwerer als die Konkurrenz. Für mich ist das Gewicht jedoch nicht störend gewesen.
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    Prozessor & RAM

    Wie oben beschrieben, werkelt im Inneren der Snapdragon 821. Dies ist das derzeitige Flaggschiff der Qualcomm-Familie. Die vier Kerne des Qualcomm takten auf bis zu 2.35 GHz. Diesem SoC stehen 4GB RAM in der 128GB Version bzw. 6GB RAM in der 256GB Version zur Verfügung. Man muss hier nicht sagen, dass damit ordentliches Multitasking überhaupt kein Problem ist. Sogar größere Games bleiben im Hintergrund problemlos geöffnet, sodass das Spiel nicht immer neu starten muss.


    Der Prozessor öffnet natürlich alle Apps sehr zügig und dank dem relativ gut angepassten System (MIUI) ist es das mit Abstand flüssigste Smartphone, das ich jemals hatte (darunter befinden sich auch das iPhone 6S oder das Nexus 6P). Bisher konnte ich noch keinen einzigen Mikroruckler feststellen, was mich bei anderen Android Phones, aber auch bei iOS immer sehr genervt hat.


    Für die Benchmarknerds unter euch habe ich diese natürlich auch bei den Bildern hinzugefügt sowie zwei Videos mit einem Antutu-Benchmark Durchlauf sowie zwei Runden Micro Machines. Ausgangspunkt ist die Xiaomi.eu ROM (Weekly 29.12.2016). Bei den Benchmarks wurde das Gerät nie wärmer als 38°C.




    Display


    Das Display ist bei diesem Smartphone das Highlight schlechthin. Es ist 6,4 Zoll groß und nimmt knappe 91,3% der Vorderseite ein. Dies hat zur Folge, dass es mit 6,4 Zoll genauso groß ist wie z. B. das iPhone 6S Plus mit 5,5 Zoll. Dieser Wert ist echt erstaunlich und hat zur Folge, dass es einem vorkommt, als hätte man nur mehr ein reines Display in der Hand. Dabei weist das Display ein ungewöhnliches Seitenverhältnis von 17:9 auf (um die Buttons unten problemlos darstellen zu können). Die genaue Auflösung beträgt daher 2040 x 1080 Pixeln (also etwas mehr als Full-HD).


    Im Alltag erweist sich ein so großes Display als sehr praktisch – überhaupt beim Surfen. Das Display stellt die Farben, meiner Meinung nach, sehr genial und dynamisch dar. Eine gute Blickwinkelstabilität ist absolut gegeben. Manche Spiele (z. B. Micro Machines) kommen mit dem Seitenverhältnis von 17:9 jedoch nicht ganz klar. Daher werden die Ränder etwas komisch dargestellt, was jedoch nicht sehr störend ist.

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    Akku


    Der Akku kommt mit 4400 mAh und hält, was er verspricht. In meinen Tests bin ich bei starker Nutzung inkl. Gelgenheitsgaming, Synchronisation von meinen Mailaccounts, WhatsApp Push Benachrichtigungen und Facebook sowie andere Social Media Netzwerke im Hintergrund auf fünf Stunden Screen On Time gekommen. Das ist ein sehr guter Wert. Menschen, die weniger Wert auf Synchronisation im Hintergrund legen und den Akkufresser Facebook nicht installiert haben, sollten locker auf zehn Stunden kommen. Bisher hat sich noch kein Smartphone in meinem Test so gut geschlagen. Im Alltag musste ich daher nie auf meinen Akkuverbrauch achten, damit ich über den Tag komme. Endlich konnte ich ein Smartphone so nutzen, wie es mir gerade gefallen hat.


    Falls der Akku doch mal zu schnell leer wird, kann man das Xiaomi Mi Mix mit der Quick Charge 3.0 Technologie von Qualcomm nutzen und den Akku in unter einer Stunde auf 80% aufladen. Fürs Vollladen sollte man 2,5 Stunden einplanen.
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    MIUI


    Das Mi Mix kommt mit der neusten Version von MIUI (Version 8). Diese basiert auf Android 6.0 Marshmallow. Das Update auf MIUI 9 und somit Android 7 Nougat steht aber kurz bevor. Ich persönlich habe mich schon öfter als MIUI Fan geoutet. Mir gefällt das Design davon sehr gut. Wen dies nicht so anspricht, kann sich mit anderen Launchern (Nova Launcher oder Google Experience Launcher) Abhilfe schaffen. MIUI bringt dazu einige sinnvolle Erweiterungen mit sich, welche ich in meinem anderen Review bereits erläutert habe.


    Im Alltag läuft MIUI bei mir auf dem Mi Mix so flüssig, wie noch kein anderes Betriebssystem bzw. Smartphone in meinem Leben. Auch hier hat mich das Mi Mix völlig überzeugt.


    Etwas, was für mich ärgerlich ist, ist die Tatsache, dass die Smart-Lock Funktion bei MIUI nicht inbegriffen ist. Dies bedeutet, dass das Smartphone z. B. zu Hause keinen Fingerabdruck, PIN oder Muster zum Entsperren benötigt. Ich habe das Feature sehr gerne genutzt. (Info: Das Feature kann man aber per XPosed Modul nachträglich hinzufügen.) Vertrauenswürdige Bluetooth-Geräte kann man jedoch problemlos hinzufügen.


    Positiv hervorheben möchte ich jedoch die Updatepolitik von Xiaomi. Selbst sehr alte Geräte bekommen hier noch monatliche Updates und werden stets gepflegt.

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    Kamera

    Die Kamera arbeitet bei allen Verhältnissen zuverlässig und schnell. Die Qualität der Fotos ist auch gut, wobei bei schlechten Lichtverhältnissen ein Rauschen eintritt. So kann es nicht ganz mit der Fotoqualität eines Samsung Galaxy S7 oder Google Pixel mithalten. Für Schnappschüsse reicht die Qualität aber allemal. Die hintere Kamera arbeitet mit 16 Megapixel, die vordere Kamera mit fünf Megapixel.


    Aufgrund dessen, dass das Xiaomi Mi Mix keinen Rahmen hat, hat man die hintere Kamera unten verbaut. Ist man in der Kamera-App, kann man das Smartphone drehen, um die Kamera, wie gewohnt, oben zu haben.


    Videos macht das Xiaomi Mi Mix mit einer Auflösung von bis zu 4k. Jedoch betrübt hier der Fakt, dass der Autosensor gerne mal den Fokus verliert und dann wieder refokusiert. Dieses Phänomen nennt man auch Pulsing. Es besteht aber Hoffnung, dass Xiaomi bei diesem Problem, aber auch der Qualität der Bilder mit einem Update nachbessert.


    Es folgen hier einige Bilder, die mit dem Xiaomi Mi Mix geschossen wurden. Da das Wetter bisher nicht wirklich mitgespielt hat, ist hier leider kein Foto bei unbewölktem Himmel dabei. Ich werde aber nach und nach Fotos hinzufügen. Bei Klick auf das jeweilige Bild könnt ihr auch die EXIF Daten einsehen.

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    Klang und Ton


    Eine Besonderheit des Mi Mix ist, dass es keinen Lautsprecher zum Telefonieren nutzt, um so ein randloses Display zu erreichen. Deswegen setzt Xiaomi auf eine Technologie, die das Keramikgehäuse zum Vibrieren bringt und somit Töne erzeugt, die für das menschliche Ohr hörbar sind. Dies ist am Anfang relativ gewöhnungsbedürftig, da auch ein ganz anderes Klangbild als bei einem konventionellen Lautsprecher entsteht. Ist man es aber mal gewohnt, möchte man dieses Klangbild nicht mehr missen. Es ist meiner Meinung nach sehr viel klarer als das von einem konventionellen Lautsprecher.


    Für Videos und Musik wird natürlich ein konventioneller Lautsprecher verwendet, der auch genügend Power liefert, um in einer lauteren Umgebung gehört zu werden. Dabei stimmt auch der Sound, welcher klar ist und auch tiefere Töne sehr gut wiedergibt.


    Telefonie und Sensoren

    Wie von Xiaomi gewohnt, fehlt auch beim Mi Mix das LTE Band 20. Alle anderen Frequenzen, die in Europa benötigt werden, unterstützt das Xiaomi Mi Mix. Das LTE Band 20 wird meist in ländlicheren Regionen genutzt. Das ist besonders für Nutzer ärgerlich, die in ländlicheren Regionen leben. So müssen diese auf ein 3G Netz oder gar ein normales GSM Netz zurückgreifen. Ist man aber z. B. beim Provider Drei in Österreich, hat dies gar keine Auswirkung auf den Nutzer, da Drei das Band 20 gar nicht nutzt. Ob der eigene Provider das Band 20 nutzt, kann man hier erfahren: Liste von LTE-Netzwerken – Wikipedia


    Ansonsten hat man, wie bei Xiaomi üblich, auch an anderen Stellen bei den Sensoren nicht gespart. Ungewöhnlich ist natürlich der Ultraschallsensor hinter dem Display, um das Display beim Telefonieren ab- bzw. anzuschalten.


    Sonstiges


    Der Fingerabdrucksensor arbeitet bei mir sehr zuverlässig und schnell. Selbst wenn man den Finger unsauber oder verdreht auf den Sensor legt.


    Da für den Näherungssensor kein Platz war (aufgrund des randlosen Display), setzt Xiaomi hier auf einen Ultraschallsensor. Dieser arbeitet ebenfalls zuverlässig und schaltet das Display beim Telefonieren rechtzeitig ab.


    Abschließend möchte ich mich nochmals bei TomTop.com bedanken, die mir das Gerät vergünstigt zur Verfügung gestellt haben.
    Fazit:
    Das Xiaomi Mi Mix ist ein kleines, technisches Wunderwerk und zeigt, wo uns die Zukunft hinführen wird. Xiaomi-typisch ist die Verarbeitung perfekt und das Design einfach nur schön. Den Rest macht das Keramikgehäuse, welches sich sehr hochwertig anfühlt. Das randlose Display ist einfach großartig und macht im Alltag keine Probleme bei der Usability. Will man zu Hause mal kein großes Tablet oder gar ein Notebook zum Surfen hinzuziehen, kann das Mi Mix mit dem großen Display voll und ganz punkten. Dabei läuft das Mi Mix so flüssig, wie bisher noch nie ein Smartphone. Die Kamera ist solide, aber leider nicht ganz auf dem Niveau eines Galaxy S7 oder iPhone 7. Im Fazit positiv erwähnen möchte ich außerdem den Akku, bei dem man sich im Alltag keine Sorgen machen muss, dass man nicht über den Tag kommt – selbst wenn man sich das ein oder andere Spiel gönnt.
     
    kubean sagt Danke für diesen hilfreichen Beitrag.